SHB AG räumt Interessenskonflikt in der Fondsgeschäftsführung ein
Posted in Geschlossene Immobilienfonds, Immobilien, Immobilieninvestment Allgemein on Januar 26th, 2010 by Peter Moosmüller – Be the first to commentDie Geschäftsleitung der SHB AG bzw. SHB Innovative Fondskonzepte AG räumt erstmals Interessenskonflikte in der Fondsgeschäftsführung ein. In der Gesellschafterversammlung am 17.07.2009 der Businesspark Stuttgart KG, erklärt Uwe Duchard, Fondsmanager der SHB AG, das dies aus “Kostengründen” gut gewesen sei, aber Raum für einen latenten internen Interessenkonflikt biete, so Duchard wörtlich. Markus Schottenhammel, der als Geschäftsführer auch gleichzeitig Prokurist beim Initiator ist, darf nun die Verantwortung abgeben, zu einer öffentlichen Stellungnahme war dieser bisher nicht bereit. Man wolle nun einen Geschäftsführer finden der “ausschließlich” die Interessen der Fondsgesellschaft vertreten soll. Soll heißen, nicht wie bisher, ausschließlich die Interessen des Initiators. Diese Erkenntnis ist lobenswert, allerdings muss sich die SHB AG nun die Frage gefallen lassen warum diesem Umstand, erst jetzt Rechnung getragen wird und welche Konsequenzen aus dieser Erkenntnis entstehen sollen. Vor allem nachdem der Fonds bekanntermaßen massive wirtschaftliche Probleme hat.
Seit Jahren werden die ca. 6000 Anleger, vor allem ahnungslose Kleinsparer, über die wahre Situation im Businesspark Stuttgart von der Geschäftsführung getäuscht. Laufende Berichte in denen immer wieder erklärt wurde das alles planmäßig und zufriedenstellend verläuft, wiegen die Anleger in Sicherheit und im Glauben das sie am Ende Ihrer Ansparzeit mit einer Ausschüttung rechnen können, das es hierzu kommt erscheint nahezu aussichtslos. Unabhängige Immobilienexperten geben den Wert der Immobilie mit unter 50 Mio. Euro an, damit liegt der Wert unter dem derzeitigen Verschuldungsgrad. In der Bilanz wird ein Wert von 67 Mio. ausgewiesen, selbst das würde nicht ausreichen um den Anlegern am Ende der geplanten Ansparphase eine Ausschüttung zu bezahlen. Hinzu kommt ein Investitions- und Instandhaltungsrückstau in Millionenhöhe. Jeden Monat zahlen immer noch ahnungslose Kleinsparer Ihre Rate ein in der Hoffnung damit Ihre Altersvorsorge zu stärken. Das Problem des Konzeptes haben viele bisher nicht erkannt, das Ende der Ansparphase ist lediglich eine “Planung” wenn die Gewinne nicht vorhanden sind, dann zahlen die Ratenzahler so lange weiter bis diese Gewinne ausreichen um die Zeichnungssumme zu erreichen, das kann noch viele Jahre dauern, bisher hat die Geschäftsführung auf diese entscheidende Frage keinerlei Stellungnahme abgegeben, warum ist vermutlich klar, das wäre ein Interessenskonflikt.
Ob die Muttergesellschaft, die börsennotierte SHB AG für die Konsequenzen hieraus gerade stehen kann ist ebenso fraglich, ein Börsenkurs von unter einem Euro und damit eine Marktkapitalisierung von weniger als 10 Mio. € lassen wenig Spielraum. Aus internen Kreisen wird berichtet das Achim Pfeffer, Vorstandsvorsitzender der SHB AG derzeit prüft ob die alten Fonds nicht in irgend einer Art und Weise “ausgelagert” werden können, wenn man sich der Altlasten entledigen könnte wäre es vielleicht möglich künftig wieder Geld zu verdienen. Sehr fraglich ob das künftige Anleger überzeugen kann.
Auch die Altgesellschafter schweigen. Horst Baron wurde als Vorstand, nach hitziger öffentlicher Diskussion mit dem Anlegerschützer Gerlach aus seinem Amt aufs Abstellgleis manövriert. Der ehemalige Hauptaktionär AFD Gmbh mit den ehemaligen SHB Vorständen Joachim Hiller und Florian Schuh haben bereits eine neue Gesellschaft gegründet, mit der IVAG wurde das Konzept der SHB 1:1 kopiert und es werden weiterhin satte Provisionen verdient.
Die Staatsanwaltschaft München sieht derzeit offensichtlich keinen Grund für ein Strafverfahren, ein Schaden sei noch nicht eingetreten und es liegen auch keine Strafanzeigen vor, gibt ein Ermittlungsbeamter der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck an, erst wenn eine Vielzahl von Strafanzeigen vorliegen, wird von einem öffentlichen Interesse ausgegangen. Bleibt ein trauriges Resümee ob Deutschland nach wie vor ein Selbstbedienungsladen für Kapitalanlagevermittler ist? Der letzte Woche im Ersten Deutschen Fernsehen ausgestrahlte Film von Dieter Wedel “Gier” ist unterhaltsam und bedrückend, aber offensichtlich keine Fiktion.