Bei Media Saturn knirscht es im Karton, Internetgeschäft verschlafen, Umsätze und Gewinn rückläufig
Posted in Allgemein, Einzelhandelsimmobilien 1A Lagen on Juli 31st, 2011 by advisoradmin – Kommentare deaktiviertes gibt kaum noch eine 1A Lage oder ein Shoppingcenter in welchem der mit 2,14 Milliarden € Umsatz (EBIT2010) erfolgreichste Elektroniker nicht vertreten ist. Flächendeckend ist das ganze Land mit Filialen abgedeckt, saubere Expansion über viele Jahre. Die Geschäfte laufen aber offensichtlich nicht mehr ganz so blendend wie sich das die Eigentümerin, die Metro AG, vorstellt. Im 2.ten Quartal 2011 musste diese schon mal 44 Millionen Euro mitbringen. Im Vorjahr war annähernd dieser Betrag noch mit anderem Vorzeichen zu verbuchen. Woran das liegen mag, ist eine Frage welche sich das Management wohl schon eine ganze Zeit lang gestellt hat. Verwunderlich warum es so lange gedauert hat bis man verstanden hat, dass man die Sache mit dem Internet ganz einfach verschlafen hat. Warum Internet, es läuft doch! Aber streng nach meinem Lieblingsmotto, ” wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein”, ist es gefährlich wenn man sich auf seiner scheinenden Markpräsenz ausruht. Das Konzept ist heute schon von gestern!
Da dieses Konzept für Immobilien Spezialisten meist ein wichtiges Standbein bei der Entwicklung von Handelsimmobilien darstellt, dürfen wir uns die Frage stellen, ob es nach wie vor eine gute Idee ist einen Media-Saturn als Ankermieter zu nehmen. Wird der jetzige Knick zum Knacks und daraus ein Trend, kann dies flächenökonomisch zu einer Katastrophe führen. Die Gedanken hierzu führen aber noch weiter. Nehmen wir an, dass der Konzern den Rückstand im Internetgeschäft aufholen sollte, was ich durchaus für möglich halte, auch deshalb da die strategische “Neuausrichtung” nun proklamiert wurde. Wir werden sehen wie das aussieht.
Es bleibt aber die Frage ob denn die vielen tausend Quadratmeter die bundesweit angemietet sind überhaupt noch effizient und damit notwendig sind? Im Internetgeschäft herrschen bekanntlich geringere Spannen. Über viele Jahre wurde das von Media-Saturn ganz einfach ignoriert. Es hat ja auch gut funktioniert, wenn ich mit meinem “günstiger.de” Ausdruck beim freundlichen Mediamarkt Verkäufer stand, hat mir der erklärt das ich da im Internet ja keinen Service habe, die ”Servicelüge”, denn die Garantie leistet immer noch der Hersteller und ferner wurde behauptet, dass es meist zwielichte Geschäftemacher sind und die Hälfte der um 30% billigeren Fernseher sowieso “vom Laster gefallen” sind. Das ging wohl eine ganze Zeit lang gut, langsam aber hat das auch der letzte potentielle Kunde verstanden, dass dem ganz und gar nicht so ist und ich heute mit wenigen Klicks den Marktpreis eines Produktes und zuverlässigen Lieferanten im Internet bekomme.
Heute schon die Katastrophe herbeizureden ist sicher falsch, ich habe noch Hoffnung, ohne dies aber auch nur rechnerisch ansatzweise nachvollziehen zu können. Eine Kombination aus Internet- und Ladengeschäft, blitzschneller Versand, wirklicher Service und ein Ansprechpartner “vor Ort”, neue Medien und Marketingwege und vor allem endlich Schluss mit dem peinlichen “geil ist geil” Werbeslogan. Das könnte eine Kombination werden, die dem Konzern die Markführerschaft in diesem Segment erhält. Ob es aber gelingt bleibt abzuwarten, ob es sich rechnet, erst Recht.
Wenn ein Händler weniger umsetzt und verdient, dann drückt das auf die Mieten damit müssen Vermieter heute schon kalkulieren und darüber nachdenken was man mit der Fläche vielleicht alternativ machen könnte. Das ist nicht einfach, da meist sehr große Fächen belegt sind. Auch bei Immobilieninvestments sollte man sich ansehen ob das “Underlying Asset”, ( Neudeutsch für “das was drin ist”), den Schwerpunkt seiner Ertragskraft aus einer größeren Anzahl an Mietverträgen der Media-Saturn Gruppe zieht. Wenn dies so ist, dann würde ich aktuell eher davon abraten.