Eine Ära geht zu Ende – AXA liquidiert Immoselect
über Monate hat das Management der AXA Investment Managers versucht die Wiedereröffnung des offenen Immobilienfonds AXA Immoselect zu erreichen. Das ist ehrenwert, aber eigentlich ist der ”Patient” bereits seit letztem Jahr “tot” . Wenn ich die Wiederbelebung eines Patienten der gestern verstorben ist, noch am folgenden Tag versuche, dann ist das vielleicht für die Angehörigen, man nennt diese hier auch Anleger, ein Hoffnungsschimmer, aber auch ohne medizinische Fachkenntnisse würde ich das als relativ schwierig bezeichnen.
Den Totenschein der offenen Immobilienfonds hat im letzten Jahr die Bundesregierung selbst, durch die Verabschiedung des neuen Investment und Wertpapierhandelsgesetzes ausgestellt. Das dies nicht funktionieren kann, habe ich bereits letztes Jahr versucht zu erklären und bis jetzt fast Recht behalten. Die einzige, mir bekannte Ausnahme, stellt derzeit der UniImmo Global der Union Investment dar.
Nachdem die letzte Träne getrocknet ist, darf der Gedanke an das vermeintliche Erbe ins Auge gefasst werden. Wie wird nun das Erbe des Erblassers im Falle AXA Immoselect aussehen? Es bleibt zu hoffen, dass den Erben neben der Trauer ein bitterer Verlust erspart bleibt. Insbesondere wird sich dann heraus stellen was die Bewertung eines Gutachterausschusses einer Fondsgesellschaft tatsächlich “Wert” ist. Das kann dann auch als Gradmesser für die restlichen Krankheiten der Branche gesehen werden.
Die Krankheit wird noch weitere Opfer fordern, derzeit sind noch 11 weitere Fonds mit einem Vermögen von ca. 85 Milliarden Euro geschlossen und mit zweifelhafter Perspektive versehen. Wenn alle offenen Immobilienfonds die Verwertung Ihrer Assets vornehmen dann steht die Frage im Raum wie dieses Volumen vom Markt aufgenommen werden kann. Hier wiederum bin ich sehr zuversichtlich, da während der letzten Jahre der Finanzkrise die Anzahl der Projektentwicklungen drastisch zurück gegangen ist und derzeit sich eher ein Käufermarkt abzeichnet, wäre die Eurokrise nicht dazwischen gekommen, hätten wir einen neuerlichen Immobilien-Boom. Dieser kann auch noch kommen, ich halte das für sehr wahrscheinlich. So lange die Eurokrise die Ausreichung von großvolumigen Finanzierungen behindert, dürfte das aber noch dauern.
Ein weiteres Problem der offenen Fonds, sind großvolumige Tickets von institutionellen Anleger die vor der Finanzkrise große Milliardenbeträge in den offenen Immobilienfonds geparkt haben, mit dem Crash wurden diese Beträge zurück gefordert, diese Rückforderungen stehen auch heute noch, wenn die Fonds öffnen, würden diese Beträge sofort abfließen, die Liquidation somit die einzige Alternative.
Das Management der offenen Fonds ist derzeit darauf aus zu verkaufen, um die nötige Liquidität für eine Öffnung zu schaffen, genau das ist aber für die Performance des Fonds absolut tödlich, je höher die Liquidität je weniger Rendite kann der Fonds erwirtschaften. Die Renditeerwartungen offener Fonds liegen im Mittel irgendwo bei um die 2%, mit dem Risiko sein Geld nicht wieder zu bekommen, wieder ein Grund für weitere Anleger Ihr Geld abzuziehen, ein Teufelskreis der nicht zu enden scheint.