Triple “R” Rating Reporting Reliability, Rennaissance der Immobilienfonds
Posted in Allgemein on Oktober 28th, 2010 by advisoradmin – Be the first to commentgeschlossene Immobilienfonds sind gesetzlich wenig geregelt, im Gegensatz zu den Vorschriften institutioneller Investoren für das verwalten von Vermögen, gibt es bei geschlossenen Fonds ausreichend Freiraum zur Gestaltung des Geschäftes. Genau das wurde in den vergangenen Jahren leidlich ausgenutzt und hat in vielen Fällen zu einem Verlust von Anlagekapital geführt. Zwar muss ein Initiator seinen Prospekt vom Bundesaufsichtsamt genehmigen lassen, das wird aber vom Vertrieb und vom Anleger meist völlig fehl interpretiert. Das Amt kontrolliert nicht die wirtschaftliche Plausibilität, nur die Vollständigkeit und die Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften wird geprüft.
Einem Produkt welches sich offensichtlich nicht rechnet oder nicht rechnen kann oder die Risiken außergewöhnlich hoch sind, wird deshalb trotzdem eine Genehmigung zum Verkauf erteilt. Die Anleger sollen selbst entscheiden, bloß wie? Genau das können sie nicht. Für die Entscheidung benötigt der Anleger eine Hilfestellung, ein Rating. Auf diesen Zug sind viele Unternehmen aufgesprungen und haben Ratings angeboten, aber auch diese spiegeln nicht wirklich die wirtschaftliche Plausibilität wieder. Die Initiatoren selbst haben diese Ratings beauftragt und auch bezahlt. “Wessen Geld ich nehme dessen Lied ich singe”. Kann das unabhängig sein? Viele Fonds die heute nahezu wertlos sind haben von Scope oder GUB das Gütesiegel mit vielen Pluszeichen oder A´s erhalten. Soll man vielleicht ein Rating der Rating´s einführen? Analysieren, wie hoch ist die Ausfallquote der top gerateten “Triple plus” Fonds? Im Ernst, wundert es da noch irgendjemanden das Anleger ihr Geld lieber behalten?
Viel Geld wurde die letzten 10 Jahre mit zweifelhaften Produkten verbrannt, das Vertrauen der Anleger in diese Form von Produkt ist nahe dem Gefrierpunkt. Jeder kennt irgendjemanden, der auch einen wertlosen geschlossenen Immobilienfonds ohne Ausschüttung hat. Die Umsätze der Branche sind nach wie vor rückläufig. Es stehen sich zwei Fronten gegenüber die eigentlich perfekt zusammen passen, der Anleger der sein Geld gut und sicher anlegen will und der Entwickler der für die Immobilien die er entwickelt und gebaut hat Geld benötigt. Warum ist es also so schwer diese beiden Fronten zusammen zu bringen?
Eines wird sich meiner Meinung nach ändern, die Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft wird schrumpfen, Anleger und Entwickler werden enger zusammenrücken müssen. Die Hilfe, welche dazwischen steht, wird nicht im gleichem Umfang lukrativ sein. Der Entwickler hat an den Initiator verkauft und schlägt seinen Gewinn auf, die Bank schlägt Gebühren und Zinsen auf. Der Initiator beauftragt den Vertrieb, der wieder aufschlägt, dann wird der Verwalter beauftragt, auch dieser will was vom Kuchen haben, wenn man dann noch von Kuchen sprechen kann und nicht viel mehr von den Krümeln die an wirtschaftlicher Substanz noch übrig sind. Sollten dann tatsächlich noch ein paar Krümel übrig sein, dann kommt noch das Finanzamt und will auch was ab. Warum soll ein Anleger dafür sein Geld riskieren?
Die große Nachfrage nach sicherer Geldanlage ist außergewöhnlich hoch. Ein Umstand muss man jedoch endlich akzeptieren, “man kann nicht alles haben”, sicherlich eine Floskel, aber wenn man doch bitte endlich akzeptieren will das eine Immobilie etwas ist, was nicht täglich fällig sein kann. Eines muss ich akzeptieren wenn ich höhere Zinsen haben will, es dauert alles seine Zeit! Deshalb kann auch ein offener Immobilienfonds nicht funktionieren. Größe und Volumen soll Vertrauen suggerieren, aber vor allem zu undurchsichtig ob die angenommen Werte tatsächlich vorhanden sind. Wenn das Vertrauen schneller schwindet als erwartet, wird aus dem offenen ganz schnell ein geschlossener Fonds. Das haben wir nun oft genug erlebt.
Das Kapitalvolumen was sichere Anlage sucht, kann mit sicheren Zinsprodukten kaum mehr befriedigt werden. Triple A Zinsprodukte haben eine Basis, die erstrangige Hypothek und damit letztlich die Immobilie. Das Zinsprodukt rentiert nicht, also bleibt nur ein Ausweg, direkt in die Immobilie zu investieren, das wird ein lukratives Geschäft, sofern es gelingt das Vertrauen der Anleger zurück zu gewinnen.
Um künftig Vertrauen plausibel rechtfertigen zu können ist eine Rennaissance der Immobilienfonds notwendig. Der geschlossene Immobilienfonds, welchen ich so oft kritisiere, ist für mich eigentlich ein perfektes Vehicel um Geld sicher und gewinnbringend zu investieren. Die meisten der heute am Markt befindlichen Konzepte rechtfertigen dieses Vertrauen in keinster Weise, sind veraltet, riskant und teuer.
Das bekannte Triple A der Ratingagenturen möchte ich durch ein Triple R ersetzten. Unabhängiges und glaubwürdiges Rating welches die wirtschaftliche Plausibilität unter Berücksichtigung der heutigen Zeiten darstellt. Regelmäßiges und unabhängiges Reporting welches die tatsächliche wirschaftliche Entwicklung und dem Anleger den echten Stand seines Investments darstellt. Reliability, die Zuverlässigkeit, ist für mich die letzte entscheidende Grundlage für den Erfolg mit dieser Form von Anlageprodukten. Die Antwort auf die Frage der Anleger, wie man feststellen kann ob das was an Konzepten und Ratings vorgelegt wird auch zuverlässig ist.
Wenn wir den Investoren zeigen können das wir die geänderten Zeiten verstanden haben, legen wir die beste Grundlage das diese wieder Vertrauen fassen.